Allianz für eine Arbeitszeitverkürzung

Wollen wir leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

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Wollen wir leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben? Das ist die entscheidende Frage, die unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren beantworten muss. Für uns ist die Antwort klar: Wir wollen uns nicht länger in den Dienst einer Wirtschaft stellen, die einer winzigen Elite immer mehr Profite beschert, während alle immer weniger Geld im Portmonee haben. In den Dienst einer Wirtschaft, in der jene Tätigkeiten, die unsere Gesellschaft im innersten zusammenhalten – Kinder grossziehen, sich um kranke und betagte Menschen kümmern, Freundschaften pflegen – keinen Wert haben. In den Dienst einer Wirtschaft, die unseren Planeten zerstört. Deshalb wollen wir endlich wieder arbeiten, um zu leben, statt leben, um zu arbeiten und stehen für eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn ein. Für eine gerechte, feministische und ökologische Zukunft.

Die Arbeitszeitverkürzung ist für die 99%

Wir werden immer produktiver: Was vor hundert, fünfzig oder zehn Jahren noch mühselig von Hand gemacht werden musste, wird heute von Maschinen übernommen. Wo früher Kassierer*innen standen, gibt es heute Self-Check-Out-Automaten, wo früher Arbeiter*innen am Fliessband standen, gibt es heute Roboter. Unternehmen können deshalb in weniger Zeit mit weniger Angestellten mehr produzieren und gleich viel oder sogar mehr Profite machen. Dieser Fortschritt kommt aber nicht allen, sondern nur einer winzigen Elite zu Gute: Das reichste Prozent hat sich im Jahr 2017 82 Prozent des weltweiten Vermögenswachstums angeeignet, während die Normalbevölkerung immer mehr arbeiten muss. Verkürzen wir die Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn bedeutet das einen Anstieg des Stundenlohns. Damit sorgen wir für eine Rückverteilung des Wohlstandes an die Menschen, die ihn tatsächlich produziert haben: Die 99% der Menschen, die arbeiten müssen, um zu leben.

Die Arbeitszeitverkürzung ist feministisch.

Kinder betreuen, den Haushalt schmeissen, sich um kranke Angehörige kümmern – ein Grossteil dieser Arbeit wird von Frauen gemacht, Damit das möglich ist, reduzieren sie oft ihr Arbeitspensum. Die Folge? Nicht nur eine massive Doppelbelastung, sondern auch noch weniger Lohn, weniger Rente und weniger Chancen, im Beruf vorwärts zu kommen. Verkürzen wir bei gleichbleibendem Lohn die Arbeitszeit, hat das zwei Konsequenzen: Erstens hätten wir alle mehr Zeit, um den Einkauf zu machen, mit Kindern auf den Spielplatz zu gehen, eine kranke Tante zu besuchen oder dem Nachbarn Gesellschaft zu leisten, dem es gerade nicht so gut geht. Zweitens wären Frauen in der Folge nicht mehr gezwungen, ihr Arbeitspensum zu reduzieren. Einer der Hauptfaktoren für die himmelschreiende ökomische Diskriminierung von Frauen wäre damit hinfällig.

Die Arbeitszeitverkürzung ist ökologisch.

Die Klimakatastrophe ist die dringlichste Herausforderung unserer Zeit und droht die Lebensgrundlage von hunderten Millionen Menschen zu zerstören. Eine Reduktion der Arbeitszeit geht einher mit einer radikalen Änderung unserer Konsum- und Wirtschaftsweise. Sie sorgt dafür, dass wir weniger Zeit damit verbringen unsere Umwelt durch die Produktion von Gütern zu verschmutzen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Eine Studie aus Schweden zeigt auf, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit um 1% zu einer Verminderung der CO2-Emissionen um 0.8% führt.